Schulzentrum Leichlingen: Was bedeutet die Entscheidung für Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitende?

Die aktuelle Diskussion rund um die Zukunft des Schulzentrums in Leichlingen ist mehr als eine technische oder finanzielle Frage. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Menschen, die tagtäglich dort lernen und arbeiten: unsere Kinder, die Lehrkräfte und alle Beschäftigten vor Ort.

Bereits heute ist die Situation für viele belastend. Die baulichen Mängel, die PCB-Problematik und die veraltete Infrastruktur sind bekannt. Doch unabhängig davon stellt sich eine entscheidende Frage:
Wie geht es in den kommenden Jahren konkret weiter?

Denn eines ist klar: Selbst bei einer schnellen Entscheidung wird sich die Situation nicht kurzfristig verbessern. Laut den vorliegenden Planungen ist mit einem tatsächlichen Umzug – also einer spürbaren Entlastung – frühestens in etwa vier Jahren nach Vergabe zu rechnen.

Ein Beispiel aus Leichlingen zeigt, wie lange solche Prozesse dauern können:
Das Projekt an der Uferstraße wurde bereits 2019 beschlossen – der Baubeginn erfolgte jedoch erst 2024.

Das bedeutet im Umkehrschluss:
Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitende müssen noch über Jahre hinweg mit der aktuellen Situation umgehen.


Lernen im Baustellenbetrieb

Besonders kritisch ist die Perspektive eines sogenannten „Bauens im Bestand“. Das würde bedeuten, dass Unterricht und Schulbetrieb parallel zu umfangreichen Bauarbeiten stattfinden – und das rein planerisch über einen Zeitraum von rund 10 Jahren. Erfahrungsgemäß zeigen vergleichbare Projekte jedoch, dass sich solche Zeiträume häufig noch deutlich verlängern.

Für die Betroffenen heißt das konkret:

  • Lärm und Einschränkungen im Unterricht
  • Eingeschränkte Nutzung von Räumen
  • Ständige Veränderungen im Schulalltag
  • Erhöhter organisatorischer Aufwand

Ein geregelter Schulbetrieb wird dadurch erheblich erschwert. Gerade für Kinder, die stabile Lernbedingungen brauchen, ist das eine enorme Herausforderung.


Lange Zeiträume – wenig kurzfristige Entlastung

Ein Blick auf vergangene Projekte zeigt: Zwischen politischer Entscheidung und tatsächlicher Umsetzung liegen oft mehrere Jahre.

Überträgt man diese Erfahrung auf das Schulzentrum, wird deutlich:
Selbst optimistische Planungen führen nicht zu einer schnellen Verbesserung der Situation vor Ort.


Aufhebung des bisherigen Beschlusses – ein falsches Signal

Besonders kritisch zu bewerten ist die geplante Aufhebung des Ratsbeschlusses aus dem vergangenen Jahr.

Damals wurde klar beschlossen:
Die Verwaltung sollte sofort mit der Planung, Ausschreibung und Umsetzung einer Containerlösung auf dem Eicherhoffeld beginnen, um einen schnellen Auszug der Sekundarschule zu ermöglichen. Ziel war es, die Belastung vor Ort so schnell wie möglich zu reduzieren und gleichzeitig den Weg für Abriss und Neubau freizumachen.

Dieser Beschluss hatte eine klare Priorität:
👉 Schnelle Entlastung für Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitende.

Die jetzige Aufhebung dieses Beschlusses stellt aus Sicht vieler einen Rückschritt dar.
Denn damit wird eine der wenigen Optionen, die kurzfristig eine Verbesserung hätte bringen können, wieder gestoppt.

Statt konkreter Umsetzung droht erneut eine Phase der Prüfung, Planung und Verzögerung.


Grundsatzentscheidung für ganz Leichlingen

Gleichzeitig muss klar gesagt werden:
👉 Hier geht es um eine Entscheidung, die für die gesamte Stadt Leichlingen richtungsweisend ist.

Es geht um erhebliche Investitionen, langfristige Infrastruktur und die Zukunft unserer Bildungslandschaft.

Deshalb sollte eine solche Entscheidung nicht ausschließlich in politischen Gremien getroffen werden.
👉 Eine Bürgerbefragung wäre aus Sicht vieler sinnvoll und notwendig, um die Menschen in Leichlingen aktiv einzubinden und Akzeptanz für die gewählte Lösung zu schaffen.


Schulform mitdenken: Ist die Sekundarschule zukunftsfähig?

Neben der baulichen Frage darf auch die inhaltliche nicht ausgeklammert werden:

👉 Ist die Schulform der Sekundarschule langfristig noch zukunftsfähig?

In vielen Kommunen ist zu beobachten, dass Sekundarschulen perspektivisch in Gesamtschulen umgewandelt werden. Gründe dafür sind unter anderem:

  • steigende Anforderungen an Durchlässigkeit im Bildungssystem
  • veränderte Elternwünsche
  • bessere Anschlussmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler

Diese Entwicklung sollte auch in Leichlingen offen und ehrlich diskutiert werden – bevor Fakten geschaffen werden, die über Jahrzehnte Bestand haben.


Was jetzt entscheidend ist

Bei allen Varianten, die aktuell diskutiert werden, darf eines nicht aus dem Blick geraten:

👉 Die Belastung für Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeitende muss so gering wie möglich gehalten werden.

Es geht nicht nur um Wirtschaftlichkeit oder Flächenplanung, sondern um die Frage:

  • Unter welchen Bedingungen lernen unsere Kinder?
  • Unter welchen Bedingungen arbeiten unsere Lehrkräfte?
  • Wie lange ist die aktuelle Situation noch zumutbar?

Fazit

Die Entscheidung über die Zukunft des Schulzentrums ist eine der wichtigsten für die kommenden Jahre in Leichlingen.

Sie betrifft nicht nur Gebäude, sondern vor allem Menschen.

Die Aufhebung eines bereits gefassten Beschlusses zur schnellen Entlastung sendet ein schwieriges Signal. Gleichzeitig zeigt sich, dass es sich um eine grundlegende Richtungsentscheidung für die gesamte Stadt handelt.

👉 Deshalb braucht es jetzt nicht nur gute Planung, sondern auch Transparenz, Beteiligung und den klaren Fokus auf die Menschen vor Ort.

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