Neue Wohnsiedlung in Unterbüscherhof?
Die DORNIEDEN Gruppe hat im Leichlinger Ortsteil Unterbüscherhof ein rund 8.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Geplant ist dort ein neues Wohnquartier – nach aktuellem Stand ausschließlich mit Reihen- und Doppelhäusern.
Das Gelände war bislang gewerblich genutzt. Damit eine Umwandlung in Wohnraum möglich wird, ist ein neues Bebauungsplanverfahren notwendig, das zwingend durch den Stadtrat beschlossen werden muss. Hier sind die neu gewählten Ratsmitglieder und der künftige Bürgermeister gefordert, eine klare Entscheidung über die städtebauliche Zukunft Leichlingens zu treffen.
Wachstum ja – aber für wen?
Neue Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser werden voraussichtlich dazu führen, dass die Bevölkerung weiter wächst. Gleichzeitig tragen sie jedoch kaum zur Lösung der aktuellen Diskussion um bezahlbaren Wohnraum bei. Solche Bauformen richten sich in der Regel an Familien, die sich Eigentum leisten können – während günstige Mietwohnungen, geförderter Wohnraum oder kleinere Wohneinheiten für Alleinstehende und Senioren weiterhin fehlen.
Infrastruktur im Blick
Mehr Neubauten bedeuten auch mehr Verkehr, steigenden Bedarf an Kita- und Schulplätzen sowie zusätzliche Anforderungen an die Nahversorgung. Schon heute stoßen diese Bereiche an ihre Grenzen.
Verlust von Gewerbeflächen?
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, eine ehemals gewerblich genutzte Fläche in reinen Wohnraum umzuwandeln. Leichlingen benötigt nicht nur Wohnraum, sondern auch Gewerbeflächen, um Arbeitsplätze vor Ort zu sichern und Einnahmen für die städtischen Finanzen zu gewährleisten. Mit jeder Umwidmung reduziert sich der ohnehin knappe Bestand an nutzbaren Gewerbeflächen.
Politische Weichenstellung
Die Pläne der DORNIEDEN Gruppe verdeutlichen: Es geht nicht nur um ein einzelnes Projekt, sondern um die grundlegende Frage, wie sich Leichlingen entwickeln soll.
👉 Soll die Stadt vor allem wachsen – oder liegt der Fokus auf einer ausgewogenen Mischung aus Wohnraum, Gewerbe und Infrastruktur?
Die Antwort darauf muss in den kommenden Monaten im Rathaus gefunden werden. Für den neuen Stadtrat und den Bürgermeister ist dies eine der ersten großen Entscheidungen mit langfristiger Wirkung.




