Abschied von einer prägenden Persönlichkeit: Ute Gerhards geht in den Ruhestand

Die Stadt Leichlingen verliert Anfang 2026 nicht nur eine langjährige und engagierte Mitarbeiterin, sondern eine Persönlichkeit, die das Gesicht der Blütenstadt über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt hat. Nach 43 Jahren im Dienst der Stadtverwaltung verabschiedet sich Ute Gerhards in den Ruhestand.

Wer mit ihr zusammengearbeitet hat, weiß: Ute Gerhards war weit mehr als eine klassische Verwaltungsmitarbeiterin. Sie war eine herzensgute Ansprechpartnerin, die immer ein offenes Ohr hatte, sich Zeit nahm, Sorgen und Probleme anzuhören – und gleichzeitig jemand, der neuen Ideen stets offen, hilfsbereit und lösungsorientiert begegnete.
Wo andere Grenzen sahen, zeigte sie Wege auf – für sie war „Das geht nicht“ nie ein Endpunkt, sondern stets der Anfang einer Lösung. Ihre Tür stand offen, ebenso ihr Blick nach vorne.

Bereits Mitte der 1980er Jahre begann ihr Weg im Leichlinger Rathaus – zunächst als erste Pressesprecherin der Stadt, ein Amt, das es zuvor noch gar nicht gab und das sie von Beginn an selbst prägte. Ihr Anspruch war klar: transparent informieren, Nähe schaffen, das Gemeinschaftsgefühl stärken. „Agieren statt reagieren“ lautete ihr Leitspruch – und der Wille, auch als Verwaltung neue, manchmal ungewöhnliche Wege zu gehen.

Dieser Anspruch zeigte sich in zahlreichen Projekten und Veranstaltungen, die bis heute nachwirken. Ob die Leichlinger Umwelttage, die Sonderzugfahrten „Eine Stadt geht auf Reisen“, der Kinder-Sommer, das Bürgerfest, der Leichlinger Frühling, Kultur- und Wirtschaftsformate oder große Jubiläen – viele Ideen, die heute selbstverständlich zum Stadtleben gehören, tragen ihre Handschrift.

Zuletzt leitete Ute Gerhards als Stabsstellenleiterin des Bürgermeisters ein Team mit Verantwortung für Presse- und Medienarbeit, Ratsbüro, Repräsentation, Stadtmarketing und Veranstaltungen, Kultur sowie Stadtarchiv. Unter ihrer Leitung wurden unter anderem das digitale Ratsbüro, das erste städtische Logo und bereits 1999 die erste städtische Website umgesetzt – lange bevor Digitalisierung zum Modewort wurde.

Auch in Krisenzeiten war sie eine verlässliche Konstante. Ob Starkregen, Corona-Pandemie, Hochwasser, Ukrainekrieg, Energiekrise oder Hackerangriff: Die Aufgabe, die Stadtgesellschaft schnell, transparent und verlässlich zu informieren, prägte ihre Arbeit bis zuletzt.

Ein besonderes Herzensanliegen blieb ihr stets die Kulturarbeit. Mit Formaten wie „Kultur im Schloss“, später auch „Kultur auf dem Hof“ und „Kino im Park“, zeigte sie einmal mehr, wie aus Herausforderungen neue Chancen entstehen können.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet ein außergewöhnliches Kapitel Leichlinger Stadtgeschichte. Die Stadt verliert nicht nur eine kompetente Mitarbeiterin, sondern eine Persönlichkeit, die Menschen zusammengebracht, Ideen möglich gemacht und Spuren hinterlassen hat.

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