Rheinisch-Bergischer Kreis stellt Feinkonzept für Mobilstationen vor: Leichlingen soll weiter ausgebaut werden

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat ein neues Feinkonzept zur Weiterentwicklung der Mobilstationen vorgestellt. Darin wurden die bestehenden Mobilstationen in allen acht kreisangehörigen Kommunen untersucht, ihre Nutzung ausgewertet und Empfehlungen für den weiteren Ausbau erarbeitet. Ziel ist es, Bus, Bahn, Fahrrad, Carsharing und Fußverkehr besser miteinander zu verknüpfen und den Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln einfacher zu gestalten.

Für Leichlingen zeigt die Analyse, dass bereits heute ein umfangreiches Mobilitätsangebot vorhanden ist. Die Stadt verfügt über drei bestehende Mobilstationen, gleichzeitig empfiehlt der Rheinisch-Bergische Kreis deren Weiterentwicklung sowie den Bau von zwei weiteren Mobilstationen.

Drei Mobilstationen bereits heute vorhanden

Aktuell gibt es in Leichlingen drei Mobilstationen:

  • Bahnhof Leichlingen
  • Busbahnhof Leichlingen
  • Busbahnhof Witzhelden

Sie verknüpfen den öffentlichen Nahverkehr mit weiteren Mobilitätsangeboten wie Fahrradboxen, Fahrradabstellanlagen, Carsharing und dem Bergischen e-Bike. Je nach Standort gehören außerdem barrierefreie Haltestellen, Informationsstelen und Wegweiser zur Ausstattung.

Hohe Nachfrage nach Langzeit-Fahrradboxen am Bahnhof Leichlingen

Die Auswertung der Fahrradboxen zeigt eine hohe Nachfrage am Bahnhof Leichlingen.

Insgesamt stehen dort 22 Fahrradboxen zur Verfügung. Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren 11 dieser Boxen für die Langzeitmiete freigegebenalle 11 waren vermietet. Damit lag die Auslastung der Langzeit-Fahrradboxen bei 100 Prozent.

Eine vollständige Auslastung der Langzeit-Fahrradboxen wurde kreisweit nur an wenigen Standorten erreicht:

  • Bahnhof Leichlingen
  • Bahnhof Overath
  • Bahnhof Rösrath
  • Wermelskirchen Busbahnhof
  • Wermelskirchen-Dabringhausen Mitte

Auch bei den Kurzzeitmieten nimmt Leichlingen eine Spitzenposition ein. Mit durchschnittlich rund 30 Anmietungen pro Monat verzeichnet der Bahnhof die höchste Nachfrage aller Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis.

MobilstationDurchschnittliche Kurzzeitmieten pro Monat
Leichlingen Bahnhofca. 30
Overath Bahnhofca. 18
Bergisch Gladbach-Bensbergca. 10
Rösrath Bahnhofca. 10

Nach Einschätzung des Rheinisch-Bergischen Kreises spricht diese hohe Nachfrage grundsätzlich für zusätzliche Kapazitäten. Eine Umwidmung von Kurzzeit- in Langzeitboxen ist derzeit aufgrund der Förderbedingungen von radbox.nrw jedoch nicht zulässig. Nach Ablauf der Zweckbindungsfrist soll gemeinsam mit dem Betreiber go.Rheinland geprüft werden, ob die Nutzungsregelungen angepasst werden können.

Bergische e-Bikes werden regelmäßig genutzt

Auch das Bergische e-Bike wird an den Leichlinger Mobilstationen regelmäßig genutzt.

Im Jahr 2024 wurden folgende Nutzungszahlen erfasst:

MobilstationAusleihenRückgaben
Bahnhof Leichlingen1.181943
Busbahnhof Leichlingen1.2031.294
Witzhelden231241

Insgesamt wurden die Leichlinger Stationen damit 2.615-mal für eine Ausleihe und 2.478-mal für eine Rückgabe genutzt.

Auch das wupsiCar wird genutzt

Zum Angebot der Mobilstationen gehört außerdem ein wupsiCar am Busbahnhof Leichlingen.

Auch dieses Angebot wird bereits regelmäßig genutzt.

StandortBuchungen 2024Gefahrene Kilometer 2024
Busbahnhof Leichlingen18713.343 km

Im Durchschnitt wurden pro Buchung rund 71 Kilometer zurückgelegt. Das zeigt, dass das Carsharing-Angebot vor allem für längere Fahrten genutzt wird und den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzt.

Fahrradreparatursäule für den Bahnhof empfohlen

Im Jahr 2025 wurden bereits mehrere kostenlose Fahrradreparatursäulen des ADAC an Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis errichtet – unter anderem in Odenthal-Herzogenfeld, Odenthal-Altenberg, Bergisch Gladbach-Schildgen und Wermelskirchen-Dabringhausen.

Für den weiteren Ausbau empfiehlt das Feinkonzept ausdrücklich Bahnhöfe mit einem hohen Radverkehrsanteil. Dazu zählt auch der Bahnhof Leichlingen. Gemeinsam mit den Bahnhöfen in Bergisch Gladbach, Bensberg, Duckterath und Rösrath-Hoffnungsthal wird der Bahnhof als geeigneter Standort für eine weitere Fahrradreparatursäule genannt.

Weitere Verbesserungen an den bestehenden Mobilstationen

Neben der Fahrradreparatursäule empfiehlt der Rheinisch-Bergische Kreis weitere Verbesserungen an den bestehenden Mobilstationen in Leichlingen. Dazu gehören unter anderem:

  • zusätzliche Fahrradbügel,
  • weitere Fahrradboxen,
  • Verbesserungen der Barrierefreiheit,
  • eine bessere Wegweisung sowie
  • weitere Ausstattungsmerkmale je nach Standort.

Zwei neue Mobilstationen empfohlen

Zusätzlich zu den bestehenden Standorten empfiehlt das Feinkonzept zwei neue Mobilstationen des Typs B.

Büscherhöfen

Für die Haltestelle Büscherhöfen werden unter anderem empfohlen:

  • barrierefreier Ausbau,
  • digitale Fahrgastinformation,
  • Fahrradüberdachung,
  • Fahrradbügel,
  • Fahrradboxen,
  • Hinweisschild,
  • Vorbereitung für das Bergische e-Bike.

Die geschätzten Investitionskosten belaufen sich auf rund 44.350 Euro (ohne Kosten für den barrierefreien Haltestellenausbau).

Trompete

Auch für die Haltestelle Trompete sieht das Feinkonzept umfangreiche Verbesserungen vor:

  • barrierefreier Ausbau,
  • digitale Fahrgastinformation,
  • Fahrradüberdachung,
  • Fahrradbügel,
  • Hinweisschild sowie
  • Vorbereitung für das Bergische e-Bike.

Die geschätzten Kosten liegen bei rund 36.050 Euro.

Die wichtigsten Zahlen für Leichlingen

KennzahlWert
Bestehende Mobilstationen3
Empfohlene neue Mobilstationen2
Fahrradboxen am Bahnhof22
Für Langzeitmiete freigegebene Fahrradboxen11
Auslastung Langzeit-Fahrradboxen100 %
Kurzzeitmieten Fahrradboxenca. 30 pro Monat
Bergische e-Bike-Ausleihen 20242.615
Bergische e-Bike-Rückgaben 20242.478
wupsiCar-Buchungen 2024187
Gefahrene Kilometer mit wupsiCar13.343 km
Neue Mobilstationen empfohlenBüscherhöfen und Trompete

Fazit

Das neue Feinkonzept des Rheinisch-Bergischen Kreises zeigt, dass die vorhandenen Mobilstationen in Leichlingen bereits heute intensiv genutzt werden. Besonders die hohe Nachfrage nach Langzeit-Fahrradboxen und die kreisweit höchste Nachfrage bei den Kurzzeitmieten am Bahnhof sprechen für eine gute Akzeptanz des Angebots. Auch das Bergische e-Bike sowie das Carsharing-Angebot wupsiCar werden regelmäßig genutzt.

Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen – darunter zwei neue Mobilstationen, zusätzliche Fahrradboxen und eine Fahrradreparatursäule am Bahnhof – soll das bestehende Angebot in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Ob und wann die einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden, entscheiden die politischen Gremien der beteiligten Kommunen sowie die Verfügbarkeit entsprechender Fördermittel.

Rheinisch-Bergischer Kreis stellt Feinkonzept für Mobilstationen vor: Leichlingen soll weiter ausgebaut werden - 1